Projekt GmbHArchitekten

Halle 21 Wildau

Kategorie
Bauen im Bestand
Bauherr
Fraunhofer Institut

Konzeptioneller Ansatz

Die Fraunhofer Einrichtung für Polymermaterialien und Composite (PYCO) hat seinen Hauptstandort derzeit in Teltow, realisiert aber bereits eine zweite Erweiterung am Standort Wildau. Langfristig ist die Zusammenführung der Aktivitäten der Fraunhofer Einrichtung sinnvoll, dies kann jedoch nicht in Teltow realisiert werden, da dort die benötigten Kapazitäten nicht verfügbar sind.

Am Standort Wildau hat sich seit der Wende um den Kristallisationskern der Fachhochschule Wildau auf dem Terrain der ehemaligen Schwarzkopfschen Lokomotivfabrik ein dynamischer Forschungs- und Bildungsschwerpunkt mit guten Kontakten vor allem zu Luftfahrt- und Verkehrstechnik entwickelt. Die diversen Anlagen und Einrichtungen sind dabei sowohl in Neubauten aber auch in umgenutzten, denkmalgeschützten Produktionshallen der Lokomotivfabrik untergebracht.

Die Halle 21 liegt am nördlichen Rand des historischen Industriestandortes, stellt selbst ein bedeutendes Industriedenkmal dar, steht aber nach dem Wegfall der Industrieproduktion im Wesentlichen leer. Die Halle bietet eine überdachte Fläche von fast 6000 qm, was für eine nicht industrielle Nutzung nicht nur Potential sondern auch Manko sein kann. Sollen Anforderungen wie gute Belichtung der Arbeitsplätze u.ä. gut gelöst werden, kommt man schnell auf extensive Nutzungskonzepte. Die Fraunhofer Einrichtung hat einen Bedarf von rd. 3.500 – 4.000 qm Fläche, die sich gut in die vorhandene Bausubstanz integrieren lassen, ohne sie zu überfrachten.

Eine absolute Besonderheit stellen die angestrebten Materialien dar, mit denen die Umbauten für die Fraunhofer Einrichtung realisiert werden sollen. Wo möglich sollen Materialien des konstruktiven Leichtbaus eingesetzt werden, der Umbau wird ein Demonstrator für die Forschungsthemen Polymere und Composite.

Die historische Hallenkonstruktion selbst soll eingedeckt werden mit einer gewebten Architekturmembran aus einer speziell beschichteten Glasfaser. Dieses Material, welches eine Lichtdurchlässigkeit bis zu 90% erlauben würde, ließe z.B. fast jede Form der natürlichen Belichtung im Innern der Halle möglich werden.

Für Wand- und Deckenaufbauten stellen wir uns Sandwichelemente aus wabenähnlich geformten, harzverstärkten Faserstrukturen vor. Soweit diese nicht selbsttragend konzipiert werden können, sondern ein Tragwerk brauchen, soll dieses ebenfalls mit Leichtbauelementen aus faserverstärkten Bauteilen gebaut werden und den Einsatz von energieintensivem Stahl vermeiden helfen.

Eine weiterer Anwendungs- wie Forschungsgegenstand zeichnet sich in der energetischen Auslegung der Halle ab, hier könnten neben innovativen Kollektorformen auch Elemente mit verbesserten Langzeitspeicherverhalten, die wiederum wegen der eingesetzten Medien den Einsatz von Polymeren erforderlich machen würden, genutzt werden.