Projekt GmbHArchitekten

Domstift Brandenburg Masterplan

Kategorie
Denkmalpflege
Fertigstellung
2015
Bauherr
Domstift Brandenburg
Baukosten
35.000.000 €
Leistungsumfang
Masterplanung, schadens- und nutzungstechnische Voruntersuchungen

Dom zu Brandenburg: Masterplan

Der Dom St. Peter und Paul zu Brandenburg an der Havel liegt auf einer Insel zwischen mehreren Havelarmen. Auf einem Baugrund, der unter anderem aus den verfüllten Gräben einer slawischen Burg besteht, wurde er ab 1165 vom Prämonstraten- ser-Orden errichtet. Die für das Gesamtensemble wichtigen Bauphasen reichen bis weit ins 19. Jahrhundert. Es ist einer der frühesten Backstein- großbauten nördlich der Alpen und zählt zu den Kulturdenkmälern von nationaler Bedeutung.

Der Dom umschließt zusammen mit der Domklausur einen rechteckigen Innenhof. Dom und Domklausur sind von einem Ring aus kirchlichen Gebäuden (Kurien) umgeben. Weitere Kurien und die St. Petri-Kapelle befinden sich an den Straßen Domlinden und Burgweg östlich und südlich des Doms. Die Gebäude und die Flächen befinden sich im Besitz des Domstifts Brandenburg, einer Körperschaft öffentlichen Rechts, der als Domdechant Prof. Dr. Wolfgang Huber, bis Ende 2009 Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, vorsteht.

1998 beauftragte uns das Domstift Brandenburg, einen Masterplan für die Dominsel zu erstellen. Die Gründe dafür waren die Instandsetzungs- und Modernisierungsbedürftigkeit nahezu aller Gebäude und Freiflächen des Areals und die daraus folgende unzureichende Nutzung. Es ging darum, innerhalb eines Gesamtkonzepts folgende Ziele zu erreichen: die Erhaltung, Konservierung und Erforschung der historisch bedeutenden Bausubstanz, die Erschließung und Öffnung der wichtigsten Denkmäler für die interessierte Öffentlichkeit, die Optimierung der Gebäudenutzung und die Erhöhung der Besucherzahlen.

Zunächst haben wir eine wir eine städtebauliche Struktur- und Nutzungsanalyse und eine restauratorische Grobsichtung des Bestandes vorgenommen. Auf dieser Basis entstand der Masterplan. Er enthält folgende Eckpunkte für die Modernisierung und Nutzung:

Dom und Domklausur nehmen öffentlich erreichbare Nutzungen auf: das Dommuseum und Domarchiv sowie einen Seminar- und Tagungsbereich.

Die Domkurien nehmen die Domstiftsverwaltung, eine Schule und einen Kindergarten auf. Weitere Kurien dienen als Wohnungen und als Büro des Dombaumeisters.

Die Freiflächen werden einladend gestaltet. Der Burghof wird für den Verkehr gesperrt. Zusätzlicher Parkraum wird auf der benachbarten Mühleninsel angelegt, die über eine Fußgängerbrücke mit der Dominsel verbunden wird.

Sämtliche Gebäude werden an ein umweltschonendes Holzhackschnitzel-Heizwerk angeschlossen. Der Energieträger kann in den Forsten des Domstifts gewonnen werden. Der Masterplan wurde 2004 das erste Mal überarbeitet und ist bis heute die Grundlage der Arbeiten auf der Dominsel.