Projekt GmbHArchitekten

Kategorie
Archäologie
Fertigstellung
2012
Bauherr
Stadtwerke Brandenburg/Havel

Umgestaltung Nicolaiplatz Brandenburg an der Havel, Erneuerung einer Starkstromleitung im Zuge der Neugestaltung des Nicolaiplatzes zur Bundesgartenschau 2015

Baubegleitende Untersuchung des Kabelgrabens mit großem Fundaufkommen

Fünf Silbermünzen gehörten neben spätmittelalterlich-frühneuzeitlicher Keramik, zahlreichen Eisenobjekten und einigen reich verzierten Buntmetallfragmenten zu den nahezu 1500 Einzelfunden dieser Baumaßnahme. Die Münzen waren wohl gemeinsam in den Boden gelangt. Drei davon sind Brandenburger Adlerhohlpfennige, zwei wurden in der Stadt selbt und eine in Stendal geprägt, das damals noch zum Kurfürstentum Brandenburg gehörte. Die vierte Münze, ein Brandenburger Helmhohlpfennig, stammt aus Frankfurt/Oder, die letzte, ein Heller fränkischen Typs aus dem seinerzeit sächsischen Altenburg. Alle Hohlpfennige datieren um das Jahr 1465.

Der Heller fränkischen Typs zeigt auf der Vorderseite ein Gabelkreuz mit aufgelegtem Schild, in dem ein stehender Löwe mit großen Klauen und buschigem Schweif zu sehen ist. Den Rücken füllt eine Handinnenseite mit aufgelegter pleißenländischer Rose. Sowohl Löwenschild als auch Hand und Rose zieren noch heute das Stadtwappen von Altenburg, der damaligen Hauptstadt des Pleißenlandes (terra plisnensis).

Die Keramik besteht zu zwei Dritteln aus harter grauer Irdenware, außerdem einer recht großen Menge bleiglasierter Irdenware und Steinzeug Siegburger Art. Vergleichbare Fundkomplexe datieren ins ausgehende 15. Jahrhundert. Der Anteil der orangerot glasierten Irdenware weist jedoch eher in das erste Viertel des 16. Jahrhunderts. Wie sich der zeitliche Abstand von etwa 50-60 Jahren zwischen Münzen und Keramik erklären lässt, bleibt vorerst offen.