Projekt GmbHArchitekten

Meine, Gemeindezentrum

Kategorie
Archäologie
Fertigstellung
2013
Leistungsumfang
archäologische Voruntersuchung

Im Sommer 2013 wurden die Schachtungsarbeiten zum Neubau des Meiner Dorfgemeinschaftshauses archäologisch begleitet. Das Baufeld war durch Flurbegehungen und Prospektionsfunde als mesolithischer (mittelsteinzeitlicher) Fundplatz ausgewiesen.

Bei der insgesamt siebenwöchigen Grabungskampagne wurde dann auch eine Vielzahl an typischen Kleinstwerkzeugen aus Feuerstein (Silex) geborgen. Das geborgene Silexinventar deutete einen längeren Nutzungszeitraum des Platzes an. Während die mikrolithischen Dreiecke noch an den Übergang vom Boreal zum Atlantikum zu stellen waren, gehören die Trapeze und vor allem auch Keramikfragmente an den Übergang zum Neolithikum. Dieser Zeitraum umreißt in etwa den Prozess der Sesshaftwerdung und Herausbildung einer Landwirtschaft betreibenden Gesellschaft vor etwa sieben bis achttausend Jahren.

In der Gesamtschau zeichnete sich deutlich eine mesolithische Aktivitätszone im östlichen Bereich der Grabungsfläche ab. Ein halbrundförmiges, schmales Gräbchen wurde als Rest eines einstigen Windschutzes bzw. einer zeltartigen Behausung angesprochen, in deren Innenbereich mindestens eine Feuerstelle lag und an deren südlich gelegener Öffnung sich eine große Arbeits – bzw. Abfallgrube mit mehr als 100 Silexartefakten befand. Südlich des Windschutzes lag eine größere Zahl zum Teil stark holzkohlehaltiger Gruben. Die flacheren, runden Gruben davon wurden als Feuerstellen, die tiefer reichenden und zum Teil auch größeren als Koch-, Arbeits- bzw. Abfallgruben angesprochen. Es wurde dadurch erkennbar, dass die nacheiszeitlichen Jäger die Meiner Flugsandebene gern aufsuchten und hier Werkzeuge herstellten, Tiere schlachteten und verarbeiteten und schließlich auch ihre Nahrung zubereiteten und den Abfall entsorgten.