Projekt GmbHArchitekten

Direktionsräume Deutsche Spezialglas AG

Kategorie
Historische Bauforschung
Fertigstellung
1991
Bauherr
Deutsche Spezialglas AG
Leistungsumfang
Bes. Leistg. Verformungsgerechtes Bauaufmaß und bauhistorische Untersuchung

Ganz in der Nähe des legendären Fagus-Werkes wurde 1991 eine bis dahin unbekannte Arbeit von Walter Gropius gefunden. Im Verwaltungsgebäude einer ehemaligen Glasfabrik, der Deutschen Spezialglas AG in Freden an der Leine fand man bei Umbauarbeiten zwei Innenräume, für die Walter Gropius 1923 die Entwürfe geliefert hatte.

Die Untersuchung offenbarte ein Experiment in Material, Farbe und Form mit dem Baustoff opakem farbigem Glas, das nicht nur für die historische Entwicklung des Baustoffes Glas bedeutend war, sondern auch für die um 1923 vollzogene Wende des Weimarer Bauhauses, das damals im Begriff war, die von seinem Direktor Gropius verordnete Parole „Kunst und Technik eine Einheit“ in die Tat umzusetzen. „Opakglas“ ist eine undurchsichtige und wenig lichtdurchlässige Glassorte, die kurz nach 1900 erstmals produziert wurde und zunächst nur als schwarz und weiß erzeugtes Glas als „Schwarz“- bzw. „Alabasterglas“ verkauft wurde. Die Deutsche Spezialglas AG war der einzige Hersteller dieser Gläser, die ab 1919 zusätzlich in Rot, Blau, Gelb, Grün und sandfarben produziert wurden.

Neben der historischen Untersuchung hatte unser Büro Möglichkeiten des Erhaltes in Situ zu prüfen, die Realisierung scheiterte leider an der Unwilligkeit der Gebäudeeigentümer. Danach wurde die Translozierung in das Bauhaus-Archiv Berlin bzw. an das Museum of Modern Arts in Chicago untersucht. Beide Projekte scheiterten an der fehlenden Finanzierung.