Projekt GmbHArchitekten

Stift Fischbek West- und Südflügel

Kategorie
Historische Bauforschung
Fertigstellung
2000
Bauherr
Klosterkammer Hannover
Leistungsumfang
Bes. Leistg. Verformungsgerechtes Bauaufmaß und bauhistorische Untersuchung

Das Stift Fischbeck im Schaumburger Land, am Oberlauf der Weser, kann auf eine gut tausendjährige Geschichte zurückblicken. In der Gründungsurkunde aus dem Jahre 955 gestattet König Otto I. der Edelherrin Helmburg, auf dem von ihm geschenkten Besitz im Dorf Fischbeck ein Kanonissenstift zu errichten. Im Unterschied zum klösterlichen Leben der Nonnen mußten die Kanonissen kein Gelübde ablegen, waren nicht zu Klausur und dauernder Ehelosigkeit verpflichtet und durften Privatvermögen sowie eigene Kleidung besitzen. Im Zuge der Reformation erfolgte 1566 die Umwandlung in ein freies evangelisches Damenstift, welches bis heute besteht.

Die Stiftsanlage besteht aus der Kirche und der sich südlich anschließenden, den fast quadratischen Friedgarten umschließenden Klausur mit dreiseitig erhaltenem Kreuzgang. Die Baustrukturen stammen sehr wahrscheinlich größtenteils aus Zeit nach 1234, als ein Brand die Stiftsgebäude und einen Teil der Kirche zerstörte. Der Ostflügel diente ursprünglich als Abtei mit Kapitelsaal und Kornboden, im Südflügel war das Refektorium untergebracht. Der Westflügel schließlich beherbergte den Schlafsaal (Dormitorium) der Stiftsdamen.

Im Vorwege geplanter Instandsetzungsarbeiten beauftragte uns die Klosterkammer Hannover mit der Erstellung verformungsgetreuer Bestandspläne und einer bauhistorischen Untersuchung des West- und später des Südflügels der Stiftsanlage.

Unser Büro verwendete bei dieser Aufgabenstellung ein elektrooptisches Meßverfahren mit Auswertung der Meßdaten vor Ort in CAD. Dabei findet ein elektronischer Theodolit Verwendung, dessen Daten direkt auf einem Notebook visualisiert und weiterverarbeitet werden können.